WECHSELJAHRESBESCHWERDEN


Das Klimakterium bezeichnet bei der Frau die Jahre der hormonellen Umstellung vor und nach der letzten Periode mit dem Übergang von der reproduktiven zur postmenopausalen Phase. Diesen Zeitabschnitt bezeichnet man auch als Wechseljahre. Mit Beginn des Wechsels treten individuell unterschiedlich Beschwerden des Wohlbefindens einer Frau zu Tage, die mit der nachlassenden Hormonabgabe der Eierstöcke in Zusammenhang stehen.

Die zahlreichen Beschwerden, die während des Klimakteriums auftreten können, werden unter dem Begriff Klimakterisches Syndrom zusammengefasst.

Es wird unterschieden zwischen Beschwerden, die plötzlich auftreten aber auch wieder verschwinden können (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Depressionen, Schlafstörungen, Antriebsschwäche und Gedächtnisstörungen) sowie Beschwerden, die mit Verzögerung auftreten, sich aber ohne Behandlung in der Regel langsam verschlimmern (Trockenheit der Schleimhäute und in der Folge Harnverlust und Schmerzen beim Verkehr, Haarausfall und verstärkter Haarwuchs im Gesicht sowie Knochenschwund = Osteoporose).

Zur Linderung der vegetativen Beschwerden, wie zum Beispiel Hitzewallungen, genügt in manchen Fällen eine Behandlung mit Pflanzenpräparaten (Traubensilberkerze, Rotklee, Soja oder Hopfenextrakte), regelmäßige körperlicher Aktivität oder Entspannungstechniken wie Yoga.

Nutzen und Schaden einer Hormontherapie werden heute nach zahlreichen, teils etwas einseitigen, Berichten in den Medien kontrovers diskutiert. Insbesondere die Veröffentlichung der WHI-Studie  im Jahr 2003, wobei sich eine Zunahme der Brustkrebshäufigkeit unter einer kombinierten Östrogen-Gestagen Therapie zeigte, sowie außerdem eine Zunahme von Schlaganfällen, Herzinfakten und Tromboembolien in der Hormoneinnehmergruppe führte zu einem fast vollständigen Erliegen der Hormonersatztherapie in Deutschland. 

Derzeit zeichnet sich jedoch erneut eine Wende in der Beurteilung der Hormontherapie ab, nachdem sogar die  Forschergruppe der WHI-Studie sich zu Wort gemeldet hat und erklärte, dass sie vollkommen falsch verstanden worden waren. Mittlerweile ist klar geworden, dass bei alleiniger Gabe von Östrogen-Präparaten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, unabhängig von der Dauer der Gabe. Ein erhöhtes Risiko besteht nur bei gleichzeitiger Gabe künstlicher (synthetischer) Gelbkörperhormone. Vieles deutet darauf hin, dass bei zusätzlicher Gabe natürlicher Gelbkörperhormone (sogennanter bioidentischer Hormone) ebenfalls kein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht. 

Bezüglich des erhöhten Herzinfakt- und Schlaganfallrisikos ist jetzt klar geworden, dass dies nur für Frauen zutrifft, die ihre Hormontherapie nach dem 60sten Lebensjahr begonnen haben, bei frühzeitigem Beginn der Hormontherapie zur Menopause, etwa im Alter von 50 - 52 Jahren, halbiert sich das Risiko sogar für die Hormonanwenderin.  Außerdem besteht ein erhöhtes Tromboserisiko nur, wenn Östrogene als Tablette gegeben werden, nicht jedoch bei transdermaler Gabe (z.B. Pflaster oder Gel). 

Fazit: Eine richtig durchgeführte Hormontherapie kann deshalb heute den meisten Frauen in der Menopause empfohlen werden, wir sind gerne bereit Ihnen bei einem ausführlichen Beratungsgespräch eine auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Therapie zu erläutern. 

Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet von Sexualhormonen ist die örtliche Behandlung im Bereich der Scheide. Diese kommt zum Einsatz bei vaginaler Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Harnverlust in den Wechseljahren. Die lokale Anwendung kann mittels  Salben oder Zäpfchen erfolgen. Hier gibt es nach allgemeiner Überzeugung ebenfalls keine nennenswerten Risiken.

Trotzdem kommen von Seiten der Pharmaindustrie inzwischen immer wieder neue, nicht immer preiswerte, Feuchtigkeitsgels oder -cremes in den Handel, um der wachsenden Nachfrage nach „natürlichen“ Mitteln zu begegnen.

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Prävention der Osteoporose. Neben einer ausgewogenen, kalziumreichen Ernährung und ausreichend Bewegung (3-mal die Woche eine Stunde Sport sollte es schon sein) kommt hier die Substitution mit Kalzium und Vitamin D in Frage.

Zur Früherkennung einer drohenden oder manifesten Osteoporose ist in erster Linie die Knochendichtemessung geeignet. Diese wird heute meist mittels der DEXA-Methode vom Orthopäden oder Radiologen durchgeführt. Bei dieser Methode wird der Mineralsalzgehalt meist an der Hüfte-oder Lendenwirbelsäule mit Hilfe einer geringen Röntgendosis gemessen. Das Ergebniss wird als T-Wert angegeben. Der T-Wert zeigt an wie stark die Verringerung der gemessenen Knochendichte im Vergleich zum Normalwert junger Menschen ist.

Zur Behandlung einer Osteoporose kommen, neben der oben gennanten Kalzium und Vitamin D Gabe, Medikamente wie Bisphosphonate oder auch eine Hormontherapie zum Einsatz.

 

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