PILLE


Die am meisten verbreitete Verhütungsmethode in Deutschland ist nach wie vor die Pille. Es handelt sich hierbei um eine Kombination zweier Hormone, nämlich einem Östrogen, entweder Ethinylestradiol (EE) oder das körpereigene 17-ß-Estradiol (E2) und einem synthetischen Gestagen (Gelbkörperhormon).

Es gibt mehrere Arten von Gestagenen, diese und die Dosierung ergeben dann die etwas unterschiedlichen Eigenschaften der so genannten Kombinationspille.

Da die heutigen Pillen, verglichen mit ihren Vorgängern, durchweg niedriger dosiert sind, bezeichnet man sie auch als Mikropille (nicht zu verwechseln mit der Minipille, einem reinen Gestagenpräparat, siehe unten).

Neben den so genannten Einphasenpräparaten, bei denen jede Pille gleich zusammengesetzt ist, gibt es auch Zweiphasen- und Dreiphasenpräparate, die den natürlichen Zyklus der Frau mit wechselnden Hormondosen nachzuahmen versuchen.

Die meisten Monatspackungen enthalten 21 (manche auch 22 oder 28) Dragees. Es muss täglich ein Dragee, möglichst immer zur gleichen Tageszeit, eingenommen werden. Nach der Einnahmephase folgen 6 bis 7 Tage Pause, bei den 28 Dragee Packungen gibt es keine Pause. Diese Präparate erhalten am Packungsende zwischen 2 und 7 wirkstofffreie Pillen. Dies soll der Anwenderin die Einnahme erleichtern, indem jeden Tag eine Pille genommen wird.

In letzter Zeit wird auch die so genannte Langzyklusmethode immer häufiger angewandt. Hierbei werden 3 bis 4 Packungen eines Einphasenpräparates durchgehend (d.h. ohne Pause) eingenommen, erst danach folgt eine einwöchige Pillenpause mit einer Periodenblutung.

Wenn Sie die Pille zum ersten Mal nehmen oder von einer anderen Verhütungsmethode zur Pille wechseln, sollten Sie mit der Einnahme am ersten Tag Ihrer Periodenblutung beginnen um bereits im ersten Zyklus Verhütungsschutz zu haben.

Die Pille verhütet, indem sie den Eisprung (Ovulation) unterdrückt. Daher auch der Ausdruck Ovulationshemmer. Darüber hinaus vermindert die Pille den Schleimhautaufbau in der Gebärmutter, die Periodenblutung wird daher leichter und oft weniger schmerzhaft.

Viele Pillen lindern durch ihre spezielle Hormonzusammensetzung auch Haut- und Haarerkrankungen, besonders Akne und hormonell bedingten Haarausfall. 

Häufige Gründe, die zu einem Wirkungsverlust der Pille führen könnten, sind Vergessen der Pilleneinnahme, Erbrechen oder Durchfälle und Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika.

Nicht einnehmen sollten die Pille Frauen mit Gefäßerkrankungen wie Thrombosen oder Bluthochdruck. Auch ältere Raucherinnen, Frauen mit starkem Übergewicht, Leberkrankheiten oder hohen Blutfetten sollten besser eine andere Verhütung wählen.


  • Pearl-Index: 0,1 – 0,9 (Der Pearl-Index ist ein Maß für die Vehütungssicherheit, er bezeichnet die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Anwenderinnen und Jahr, d.h. je geringer die Zahl umso sicherer die Methode)
  • Kosten:  Es gibt Handelspackungen für 1, 3 und 6 Zyklen. Die Preise schwanken stark, am günstigsten sind 6 Monatspackungen.
  • Kleines Zuckerl: bis zum 20. Geburtstag gibt's die Pille auf Kassenrezept.
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