MYOME


Myome sind gutartige Wucherungen der glatten Gebärmuttermuskulatur. Von Myomen der Gebärmutter ist etwa jede vierte Frau betroffen. Es handelt sich meist um einzeln oder mehrfach auftretende Knoten der Gebärmutterwand. Nur etwa ein Drittel der Patientinnen mit Myomen hat Beschwerden, der Rest wird oft nur als Zufallsbefund im Rahmen einer Routinesonografie entdeckt. Im letzteren Fall ist keine Therapie notwendig.

Typische, durch Myome verursachte, Beschwerden sind Zyklusstörungen, Schmerzen- oder Fremdkörpergefühl im Unterbauch, Kreuzschmerzen, gehäufte Harnwegsinfekte und Störungen der Fruchtbarkeit (Fertilität). Besonders häufig sind überstarke oder überlange Periodenblutungen, die nach längerem Bestehen durchaus zu erheblicher Blutarmut mit entsprechenden Problemen wie Müdigkeit, Blässe, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche führen.

Neben dem klassischen Tastbefund (bimanuelle Untersuchung) ermöglicht der Vaginalultraschall eine genaue Diagnostik der Größe und Lokalisation der Myome.
Abhängig von der individuellen Situation und dem Beschwerdebild beraten wir Sie, ob sich aus dem Befund ein Handlungsbedarf ergibt.

Myome müssen nur behandelt werden, wenn sie Beschwerden machen oder evtl. bei Kinderwunsch. Die medikamentöse Behandlung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat, Handelsnahme Esmya, ist in der Lage die Größe von Myomen signifikant zu verringern. Üblicherweise wird die Behandlung mit Einsetzen der Periode begonnen und über drei Monate fortgesetzt. Dannach erfolgt eine Ultraschallkontrolle um den Therapieerfolg zu überprüfen. Die Behandlung kann bei Bedarf mehrmals wiederholt werden.

Weitere Möglichkeiten zur Entfernung von Myomen ist der fokussierte Ultraschall (MRgFUS) oder die Myomembolisation. Bei dieser Methode werden unter Röntgendurchleuchtung kleine Kunststoffpartikelchen in das Gefäß, welches das Myom versorgt, gespritzt. Dadurch schrumpft das Myom oder verschwindet ganz. Beide Methoden lassen sich jedoch nicht immer, sondern nur in besonderen Fällen einsetzen.

Bei der operativen Therapie können Myome entweder einzeln, mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder Bauchschnitt (Laparotomie) entfernt (z. B. bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung/Kinderwunsch) oder auch die Gebärmutter komplett entfernt werden.

Bei der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) wiederum gibt es mehrere, unterschiedliche Verfahren, die nach dem Zugangsweg (von der Scheide aus = vaginal, per Bauchschnitt = abdominal) oder dem Operationsverfahren (z. B. LAVH =laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie) benannt sind. Kein Verfahren kann immer zum Einsatz kommen, wir kennen die Vor- und Nachteile jeder Methode, da wir sie früher selbst eigenverantwortlich als Operateure durchgeführt haben und können Sie deshalb umfassend beraten.

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