SCHWANGERSCHAFT - Erweiterte Vorsorge


Ihre gesetzliche Krankenkasse gewährt Ihnen eine Versorgung für das „medizinisch Notwendige“. Die moderne Medizin bietet darüber hinaus zahlreiche empfehlenswerte und sinnvolle Zusatzleistungen an, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind, die Schwangerenvorsorge aber verbessern können.

Neben den oben genannten Standarduntersuchungen bieten wir Ihnen daher eine Reihe sinnvoller Zusatzuntersuchungen an, welche die Vorsorgesicherheit erhöhen können. 

Die Kosten für diese individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL) dürfen jedoch nicht zu Lasten Ihrer Krankenkasse erbracht werden und müssen deshalb von Ihnen auf der Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übernommen werden. 

Die Basisversorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung führen wir natürlich weiterhin für Sie als Kassenleistung durch. Sie können mehr für Ihre Gesundheit tun, nutzen Sie das erweiterte Spektrum der Schwangerenvorsorge und bestimmen Sie selbst, was Ihnen wichtig erscheint.

Wir werden Sie gerne beraten, welche Maßnahmen in Ihrem Falle für Sie speziell empfehlenswert sind.

Wir bieten folgende, erweiterte Schwangerenvorsorgeleistungen an:

Toxoplasmose-Test

Besonderer Beachtung bedarf der Toxoplasmosetest. Obwohl in einigen Ländern bereits Pflicht, gehört er in Deutschland noch nicht zum Routineprogramm. 

Toxoplasmose ist eine für den Erwachsenen absolut harmlose Erkrankung, die meist symptomlos verläuft und deshalb oft übersehen wird. In Deutschland hat etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter diese Erkrankung bereits durchgemacht. 

Eine Erkrankung in der Schwangerschaft kann für das Kind schwerwiegende Folgen haben, z.B. Schäden an Gehirn oder Herz. Der Erreger, Toxoplasma gondii, gelangt über Katzenkot auf die Felder und so in die Nahrungskette. Anstecken kann man sich beispielsweise über direkten Kontakt mit Katzenkot oder den Genuss von schlecht gewaschenem Obst, Gemüse und Salat, rohem oder nicht durchgebratenem Fleisch (Mett, Tartar, Steak Medium, Rohsalami) oder nicht pasteurisierter Milch oder Milchprodukten (z. B. Rohmilchkäse). 

Gegen Toxoplasmose gibt es leider keinen hundertprozentigen Schutz (außer man hatte sie schon) und auch keine Impfung. Warum also testen?

Durch eine Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft können wir frühzeitig feststellen, ob bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose gebildet wurden und sie damit immun gegen diese Erkrankung sind. Der Schutz hält in der Regel lebenslang, weitere Tests sind dann nicht mehr erforderlich. 

Wenn Sie noch nicht geschützt sind, können Sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, z.B. keinen Rohmilchkäse essen, Salat/Feldfrüchte gut waschen und Fleisch gut durchbraten. Besonders wichtig ist aber, dass Nicht-Geschützte den Test während der Schwangerschaft mehrmals wiederholen, am besten alle 8 Wochen, da man nur so eine Infektion frühzeitig entdecken kann. Rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, gelangen die Toxoplasmose-Erreger nicht zum Kind und können so keinen Schaden anrichten.

Weiter Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Toxoplasmose

Zytomegalie-, Windpocken- und Ringelrötelnscreening

Neben dem Toxoplasmosetest können wir auf Wunsch auch Ihre Immunität auf verschiedene andere, in der Schwangerschaft bedeutsame Erreger testen. Hierzu zählen Zytomegalie (CMV), Ringelröteln und Varizellen (Windpocken). Diese Viruserkrankungen werden in der Regel durch Tröpfcheninfektion (Anhusten) oder Schmierinfektion übertragen. Wegen des häufigen Auftretens in Schulen und Kindergärten sollten besonders Lehrerinnen und Erzieherinnen über ihren Immunstatus Bescheid wissen. Aber auch für die anderen Schwangeren kann es wichtig werden, zu wissen, ob sie geschützt sind oder nicht. 

Beispielsweise bei Kontakt mit einer an Windpocken (Varizella-Zostervirus) erkrankten Person kurz vor dem Entbindungszeitpunkt. Denn Windpocken sind für das Neugeborene lebensgefährlich. Die meisten Mütter (ca. 95 Prozent) sind jedoch immun, das Problem ist jedoch, dass vor allem die Nichtgeschützten nichts von ihrer Gefährdung ahnen. Für nicht geschützte Schwangere mit Varizellenkontakt gibt es als Therapie in ausgewählten Fällen ein Immunserum.

Ein noch größeres Problem stellt die Zytomegalie (Erreger ist das Zytomegalievirus, zur Herpesgruppe gehörend) dar, ist sie doch die häufigste, pränatal übertragene Infektionserkrankung. Immerhin erkranken fast 1% aller Schwangeren (!) an Zytomegalie, wovon sie meist nichts mitbekommen (maximal leichte, grippale Beschwerden – meist jedoch gar keine) und übertragen in ca. 40% der Fälle das Virus auf ihr Kind. Die Schäden, die daraus entstehen, sind vielfältig, sie reichen von der Fehlgeburt über Organmissbildungen hin zu schwerer bis leichter geistiger Behinderung, die sich manchmal erst im Schulalter zeigt. Damit wird die Zytomegalie auch zum volkswirtschaftlichen Problem.

Wegen des geringen Bekanntheitsgrads in der Bevölkerung (und damit auch bei Politikern) sowie der früher fehlenden Therapiemöglichkeiten hat der CMV-Test bisher noch keinen Eingang in die offizielle Mutterschaftsvorsorge gefunden. In letzter Zeit gibt es jedoch medikamentöse Behandlungsansätze für erkrankte Schwangere. Um eine Erkrankung entdecken (und behandeln) zu können, sind bei nicht geschützten Schwangeren genau wie bei der Toxoplasmose eigentlich mehrere Tests im Schwangerschaftsverlauf notwendig, zumindest in 8-wöchigen Abständen. Und daraus ergibt sich ein weiteres Problem, nämlich genau die Gruppe, die am meisten gefährdet ist (sozial Schwache), leistet sich diese Tests am wenigsten.

Ähnlich wie Toxoplasmose oder CMV sind die Ringelröteln (Parvo B19 Virus) in der Regel symptomlos, gelegentlich zeigt sich ein schmetterlingsförmiger Gesichtsausschlag oder grippale Beschwerden. Etwa ein Drittel der Feten erkranken mit, Symptome sind vor allem Blutarmut, die extrem werden kann (sog. Hydrops fetalis). Wichtig ist hier vor allem, die Infektion zu erkennen, da es Behandlungsmöglichkeiten (Nabelschnurtransfusion) gibt. 

Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zytomegalie
http://de.wikipedia.org/wiki/Windpocken
http://de.wikipedia.org/wiki/Ringelröteln

Ersttrimesterscreening (12.-16. Schwangerschaftswoche)

Uner Ersttrimesterscreening versteht man verschiedene Blut-und/oder Ultraschalluntersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel (erstes Trimester). 

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft

Wie oben erwähnt, halten die gesetzlichen Krankenkassen drei routinemäßige Ultraschalluntersuchungen (jeweils um die 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche) für ausreichend. 

Nach unseren Erfahrungen wünscht die Mehrzahl der Schwangeren jedoch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen. Diese zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen bieten die Gelegenheit, Ihnen das Kind eingehender zu zeigen und, falls gewünscht und möglich, auch das Geschlecht zu bestimmen. 

Außerdem kann nur durch die Ultraschalldiagnostik eine fundierte Aussage über Wachstum und Zustand des Kindes getroffen werden.

Um Ihrem verständlichen Sicherheitsbedürfnis entgegenzukommen, haben wir uns entschlossen, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen auf Wunsch anzubieten. Aus Gründen der Praktikabilität können Sie diese Ultraschallleistungen im Paket (= fünf zusätzliche Ultraschalle) buchen. Sofern Sie nicht alle Leistungen abrufen (z.B. bei Umzug), erhalten Sie selbstverständlich eine anteilige Rückerstattung. 

3D/4D-Ultraschall



Neben den konventionellen, zweidimensionalen Ultraschallen, die vor allem der Sicherheit Ihrer Schwangerschaft dienen, gibt es bei uns als Wahlleistung die Möglichkeit des drei- und vierdimensionalen Ultraschalles. Beim so genannten 3D-Ultraschall können Sie Ihr Baby räumlich betrachten, die Bilder sind Originalfotos sehr ähnlich und stellen die Vorstellungskraft des ungeübten Betrachters viel weniger auf die Probe als das zweidimensionale Bild. Beim 4D-Ultraschall kommt die vierte Dimension, also die Zeit hinzu, es handelt sich dabei um kurze Filme im 3D-Format.

Die beste Zeit für 3D/4D ist zwischen der 24. und 32. Woche, evtl. auch die 12. bis 16. Woche, falls weniger ein Porträt sondern eine Ganzaufnahme gewünscht wird. Die Bilder werden auf CD gebrannt und stellen eine bleibende Erinnerung dar. Leider ist es nicht immer möglich, ausreichend schöne Bilder zu erhalten. Eine oben liegende Plazenta, starke mütterliche Bauchdecken oder wenig Fruchtwasser können die Bildqualität beeinflussen. Auch sollte das Kind mitspielen und uns nicht ständig den Rücken zeigen.

Bitte beachten Sie: Diese Untersuchung dient vor allem der Darstellung des Kindes im Sinne eines "Baby-Fernsehens" und weniger als zusätzliche medizinische Diagnostik. Daher eignet sich diese Untersuchung nur sehr eingeschränkt, weitere Sicherheit bezüglich der Gesundheit eines Kindes zu erzielen. Eine Kostenübernahme des 3D/4D-Ultraschalles durch die gesetzlichen Kassen gibt es nicht. Die Kosten werden nach der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ abgerechnet.

Weitere Informationen:
http://www.praenatale-diagnostik.de/3d_main.htm

Oraler-Glukose-Toleranz-Test

(24.-28. Schwangerschaftswoche)
Bei etwa 5% aller Schwangeren tritt erstmals in der Schwangerschaft ein Diabetes (Zuckerkrankheit) auf. Diese Erkrankung wird auch Gestationsdiabetes genannt. Es gibt unterschiedliche Schweregrade, manchmal ist zur Behandlung eine Diät ausreichend, gelegentlich aber muss auch Insulin gegeben werden. 

Ein unbehandelter Gestationsdiabetes kann gefährliche Folgen für das Ungeborene haben, insbesondere ist das Risiko für Fehl-, Früh- und Totgeburten erheblich höher. Das Geburtsgewicht von Kindern diabetischer Mütter ist häufig sehr hoch, dies kann zu großen Problemen während des Geburtsvorgangs führen. Schwangere mit Gestationsdiabetes werden doppelt so häufig per Kaiserschnitt entbunden. 

Auch nach der Geburt können noch Komplikationen auftreten, z.B. plötzlicher Unterzucker beim Neugeborenen oder Atemprobleme wegen der verzögerten Ausreifung der kindlichen Lungen.

Das Hauptproblem beim Gestationsdiabetes ist, dass er meist spät oder gar nicht erkannt wird, da die ersten Symptome sehr allgemein sein können, z.B. Müdigkeit oder vermehrter Durst.

Zur Früherkennung eignet sich deshalb am besten der Zuckerbelastungstest, auch Oraler Glukose Toleranz Test oder kurz OGTT genannt. 

Der Blutzuckerbelastungstest sollte in der 24.-28. Schwangerschaftswoche bei allen Schwangeren erfolgen. 

In Fällen eines erhöhten Risikos für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes (Übergewicht, Diabetes bei Eltern oder Geschwistern, Schwangerschaftsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft, Gewicht eines vorangegangenen Kindes über 4 500 g oder vorangegangene Totgeburt) wird empfohlen, diesen Test bereits im ersten Trimenon (8- 12. Schwangerschaftswoche) durchführen zu lassen, und ihn bei unauffälligem Befund nochmals in der 24.-28. und 32.-34. Schwangerschaftswoche zu wiederholen.

Sollte der Orale-Glukose-Toleranz-Test den Verdacht auf einen Gestationsdiabetes ergeben, erfolgt im Regelfall die Überweisung an einen Diabetesarzt zur Diagnosesicherung und Mitbetreuung. Außerdem führen wir engmaschigere Schwangerschaftsvorsorgen verbunden mit zusätzlichen Ultraschallen und Dopplerkontrollen (sonografische Messung des Nabelschnurflusses) durch, um das Risiko für Mutter und Kind möglichst gering zu halten. Der Entbindungszeitpunkt sollte bei insulinpflichtigem Gestationsdiabetes nicht nach dem errechneten Termin liegen, da erfahrungsgemäß die Risiken sonst ansteigen, deshalb empfehlen wir hier die Krankenhauseinweisung zum Termin.

B-Streptokokkentest (34.-36. Schwangerschaftswoche)

B-Streptokokken sind Bakterien, sie können bei ca. 1/3 aller Schwangeren in der Scheide nachgewiesen werden, gehören also zur natürlichen Scheidenflora. Ansonsten harmlos, können sie bei einer normalen Geburt aufs Kind übertragen werden und in einigen Fällen kommt es dann zu teilweise schweren, kindlichen Infektionen. Um dies zu verhindern, erfolgt bei positivem Streptokokkentest während der Geburt eine Antibiotikagabe. Der Test wird inzwischen von allen Geburtskliniken empfohlen. Er erfolgt mittels einfacher Abstrichentnahme aus wir Ihnen das Testergebnis mit und dokumentieren es für die Geburtsklinik durch einen Aufkleber im Mutterpass.

Nabelschnurblutentnahme (bei der Geburt)

Dieses Kapitel muss noch geschrieben werden.

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